«Kaffee dehydriert den Körper nicht. Ich wäre sonst schon Staub.», schrieb schon Franz Kafka. (Foto: Shutterstock)

Der morgendliche Koffeinschub hilft nicht nur, mit Schwung in den Tag zu starten – er kann auch gesundheitliche Vorteile haben. Laut einer neuen Studie, die in der Online-Fachzeitschrift BMC Public Health veröffentlicht wurde, senkt der tägliche Genuss von ein paar Tassen Kaffee das Risiko einer chronischen Lebererkrankung um mehr als ein Fünftel.

In Europa wird mehr Kaffee konsumiert als in jeder anderen Weltregion: 2019 waren es mehr als 3 Millionen Tonnen. Das sind etwa 4,1 Kilogramm Bohnen pro Einwohner. Von allen europäischen Ländern ist Deutschland der grösste Importeur insgesamt.

Doch trotz ihrer universellen Anziehungskraft haben Kritiker die bescheidene Kaffeebohne zu verschiedenen Zeiten sowohl als gesundheitsschädlich als auch als gesundheitsfördernd tituliert. Während eine Tasse Kaffee am Morgen wacher macht und die Konzentrationsfähigkeit steigert, kann zu viel Koffein zu Unruhe, Angstgefühlen und einer erhöhten Herzfrequenz führen.

Kaffeekonsum und Lebererkrankungen

Um die Auswirkungen von Kaffee auf unsere Gesundheit zu untersuchen, analysierten Wissenschaftler der Universität Southampton im Vereinigten Königreich die Gesundheitsdaten der UK Biobank, die über mehr als ein Jahrzehnt von fast einer halben Million Menschen gesammelt wurden.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Genuss von Kaffee in jeglicher Form – gemahlen, Instantkaffee, koffeinhaltig oder nicht – das Risiko, an einer chronischen oder Fettleber-Erkrankung zu leiden, um 19 Prozent und das Risiko, an Leberkrebs zu erkranken, um 21 Prozent senkt und die Zahl der Todesfälle durch chronische Lebererkrankungen um fast die Hälfte reduziert.

Die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit wurden mit regelmässigem und mässigem Kaffeekonsum in Verbindung gebracht: Drei bis vier Tassen pro Tag sehen die Experten demnach als optimal an, wobei gemahlener Kaffee etwas vorteilhafter ist als Instantkaffee.

Die gesundheitlichen Vorteile von Kaffee

Die gesundheitlichen Vorteile des Kaffeekonsums sind jedoch noch nicht alles. Ein mässiger, aber regelmässiger Kaffeekonsum könnte auch das Risiko für andere Krankheiten verringern. Hier die wichtigsten:

  • Krebs: Kaffee kann die Entwicklung von Krebszellen im Körper auf verschiedene Weise beeinflussen. Durch die Stimulierung der Gallensäuren beispielsweise, die die Verdauung im Dickdarm beschleunigen, könnte das Dickdarmgewebe weniger Karzinogenen ausgesetzt sein. Laut dem amerikanischen Institut für Krebsforschung gibt es «wahrscheinliche Beweise» dafür, dass Kaffeetrinken das Risiko von Gebärmutter- und Leberkrebs senkt, und es könnte sich auch auf Haut-, Mund- und Rachenkrebs auswirken, obwohl die Beweise hier leider noch weniger schlüssig sind. Dies steht im Gegensatz zu Vermutungen aus den 1990er-Jahren, die den Kaffeekonsum mit der Entstehung von Krebs in Verbindung brachten und die inzwischen widerrufen wurden.
  • Herzkrankheiten: Eine kürzlich durchgeführte Studie über die Rolle von Ernährung und Verhalten bei Herzinsuffizienz ergab, dass ein erhöhter Kaffeekonsum mit einem geringeren Langzeitrisiko verbunden ist. Die Forscher setzten KI ein, um bestehende Datensätze zu analysieren, und fanden heraus, dass eine oder mehrere Tassen Kaffee pro Tag das Auftreten von Herzinsuffizienz um fast ein Drittel verringern können.
  • Neurologische Gesundheit: Mehrere Studien haben den Koffeinkonsum mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung der Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht. Die Forschenden sind sich noch nicht ganz im Klaren darüber, welche Rolle Kaffee dabei spielt, wobei die meisten die schützende Wirkung dem Koffein zuschreiben. Andere neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass einige der in dem Getränk enthaltenen Fettsäuren ebenfalls einen Einfluss auf die Krankheit haben könnten.
  • Depressionen: Laut einer von der US National Coffee Association in Auftrag gegebenen Metaanalyse wurde der Genuss von mindestens zwei Tassen Kaffee pro Tag mit einem geringeren Risiko für Depressionen in Verbindung gebracht. Getrennte Untersuchungen deuten darauf hin, dass Kaffeebestandteile wie Koffein, Chlorogensäure, Ferulasäure und Kaffeesäure die Pathologie der Depression beeinflussen könnten.

Im Wissen darum sollte die nächste Tasse Kaffee noch besser schmecken.

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