Eine gute Entscheidung kann aufgrund von Faktoren ausserhalb unserer Kontrolle zu einem schlechten Ergebnis führen, genauso wie eine schlechte Entscheidung manchmal durch reines Glück gut herauskommen kann. (Foto: Shutterstock)

Jede Person steht irgendwann vor einer schwierigen Entscheidung. Ob es sich um eine berufliche Veränderung, eine persönliche Beziehung oder finanzielle Investitionen handelt – die richtige Wahl zu treffen, kann überwältigend sein. Diese neun Schritte erleichtern Ihnen eine fundierte Entscheidung. Sie basieren auf Annie Dukes Buch «Thinking in Bets» aus dem Jahr 2018, worin sie ein scheinbar kontraintuitives Konzept vorstellt: Anstatt vorhersagen zu wollen, ob es besser wäre, zu bleiben oder zu gehen, sollte man sich darauf konzentrieren, die bestmögliche Entscheidung mit den verfügbaren Informationen zu treffen, da man das Ergebnis eh nicht kontrollieren kann.

Annie Duke, eine World Series Poker Champion und promovierte Kognitionspsychologin, nennt dies das Vermeiden von «Resulting». Dabei handelt es sich um die Tendenz, die Qualität unserer Entscheidungen anhand ihrer möglichen Ergebnisse zu beurteilen, anstatt anhand des Prozesses, den wir zur Entscheidungsfindung durchlaufen. Eine gute Entscheidung kann aufgrund von Faktoren ausserhalb unserer Kontrolle zu einem schlechten Ergebnis führen, genauso wie eine schlechte Entscheidung manchmal durch reines Glück gut herauskommen kann. 

  1. Das Problem klar definieren
    Bevor Sie eine Entscheidung treffen, ist es wichtig, das Problem genau zu definieren. Was steht auf dem Spiel? Welche Optionen haben Sie? Schreiben Sie alles auf, um sich einen Überblick zu verschaffen.
  2. Informationen sammeln
    Informieren Sie sich gründlich über alle zur Verfügung stehenden Optionen. Gespräche mit Experten, Online-Recherchen und relevante Daten können Ihnen dabei helfen. Je mehr Informationen Sie haben, desto besser können Sie die Konsequenzen jeder Option abschätzen.
  3. Optionen bewerten
    Eine Liste der Vor- und Nachteile jeder Option zu erstellen, kann sehr hilfreich sein. Überlegen Sie sich, welche Auswirkungen jede Entscheidung auf Ihr Leben und das Leben anderer haben kann. Manchmal hilft es, die Optionen zu gewichten und eine Punktzahl zu vergeben, um eine objektivere Sicht zu bekommen.
  4. Werte und Ziele berücksichtigen
    Persönliche Werte und langfristige Ziele sollten eine zentrale Rolle bei Ihrer Entscheidung spielen. Überprüfen Sie, welche Option am besten zu Ihren Überzeugungen und Zielen passt. Eine Entscheidung, die im Einklang mit Ihren Werten steht, wird sich langfristig besser anfühlen.
  5. Rat einholen
    Manchmal kann es hilfreich sein, die Meinung anderer einzuholen. Gespräche mit Freunden, Familie oder Kollegen, denen man vertraut, bieten neue Perspektiven und helfen Ihnen dabei, blinde Flecken zu erkennen.
  6. Konsequenzen visualisieren
    Vielleicht hilft es Ihnen sich vorzustellen, wie Ihr Leben nach jeder möglichen Entscheidung aussehen würde. Die besten und schlimmsten Szenarien zu visualisieren, unterstützt Sie dabei, Ihre emotionale Reaktion auf jede Option besser zu verstehen und eine fundierte Wahl zu treffen.
  7.  Dem Bauchgefühl vertrauen
    Obwohl rationale Überlegungen wichtig sind, sollten Sie auch auf Ihr Bauchgefühl hören. Oft gibt Ihnen Ihr Unterbewusstsein wertvolle Hinweise, die Sie nicht ignorieren sollten. 
  8. Entscheidung treffen und handeln
    Nachdem Sie alle Informationen gesammelt und abgewogen haben, ist es Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Zögern Sie nicht zu lange, denn dies kann zu unnötigem Stress führen. Treffen Sie Ihre Wahl und setzen Sie sie um.
  9. Reflektieren und lernen
    Egal, wie Ihre Entscheidung ausfällt, nehmen Sie sich Zeit, um zu reflektieren, was Sie daraus gelernt haben. Jede Entscheidung, ob gut oder schlecht, bietet wertvolle Lektionen für die Zukunft.

Wer diese Schritte befolgt, kann sicherstellen, dass schwere Entscheidungen mit Klarheit und Zuversicht getroffen werden. Keine Entscheidung ist perfekt, aber mit einer strukturierten Herangehensweise gelingt es Ihnen, die bestmögliche Wahl für sich zu treffen. 

«Das ist kein Missbrauch, sondern Ausdruck des Zeitgeistes»

SRG-Ombudsfrau Esther Girsberger hat kein Problem mit orchestrierten Beschwerden. Sie erklärt, warum sie nicht mehr Chefredaktorin sein möchte und warum Frauen schneller ernst genommen werden als Männer.

«De-Sede-Ledermöbel kommen fast in jedem James-Bond-Film vor»

Die Unternehmerin Monika Walser über Kunden aus Hollywood, Auftritte in den 007-Streifen und die Lancierung einer eigenen Handtaschenkollektion.

«Wir wissen alle, was zu tun wäre. Nur: Wir machen es nicht»

Früher hat Karen A. Tramontano im Weissen Haus US-Präsident Bill Clinton beraten. Heute setzt sie sich als Lobbyistin unter anderem für die Ärmsten ein.

«Die 2-Stunden-Schallmauer hat etwas von ihrem Schrecken verloren»

Der deutsche Arzt und Ex-Europameister Thomas Wessinghage spricht im ersten Teil des Gesprächs über die 2-Stunden-Schallmauer im Marathon, das Modeprodukt Städtemarathon und darüber, wie gesund ein Lauf über 42,195 Kilometer ist.

«Peking belebt Marco Polos Wege neu»

Erwin Hofer, der ehemalige Botschafter der Schweiz in Zentralasien, über das Projekt der Seidenstrasse und die wahren Pläne Chinas.

Skepsis gegen Unternehmen führt in eine Negativspirale

Neues Buch zur Rolle und Wahrnehmung des Schweizer Unternehmertums in Zeiten des Umbruchs.

Wenn die Demokratie bröckelt

Warum Schweizer CEOs nicht länger schweigen können

«Lachen hat einen starken Stressabbau-Effekt»

Psychologieprofessorin Andrea Samson erklärt, wie uns Humor helfen kann, auch in schwierigen Situationen zuversichtlich zu bleiben.

Wer Fake-News verbreitet – und weshalb

Wie Führungskräfte ihren guten Ruf und das Vertrauen in die Organisation wiederherstellen.