Die ersten Jahre dieses Jahrzehnts waren sogar für diese ereignisreiche Periode in der Geschichte der Menschheit sehr turbulent. Die langsame Rückkehr zu einer neuen Normalität nach der globalen COVID-19-Pandemie, die weite Teile der Bevölkerung und die Wirtschaft auf allen Kontinenten zeitweise lahmgelegt hatte, wurde schnell durch den Ausbruch des Krieges in der Ukraine gestoppt. Dieser Konflikt hat eine Reihe von Krisen im Lebensmittel- und Energiebereich verursacht und Problemstellungen neu lanciert, die man schon seit Jahrzehnten zu lösen versucht oder teilweise als gelöst angeschaut hatte.

Entsprechend präsentiert sich die Bewertung der globalen Risiken des World Economic Forums WEF ein weniger anders als noch vor dem Ukraine-Krieg. 2023 sei die Welt mit einer Reihe von Risiken konfrontiert, die sich völlig neu, aber auch unheimlich vertraut anfühlten, folgert das WEF. Es gebe «alte» Risiken – Inflation, Krisen im Zusammenhang mit Lebenshaltungskosten, Handelskriege, Kapitalabflüsse aus Schwellenländern, verbreitete soziale Unruhen, geopolitische Konfrontation oder aber auch das Schreckgespenst eines Atomkriegs. Von der aktuellen Führungsgeneration an der Spitze von Wirtschaft und Politik haben nur wenige diese Risiken schon selbst erlebt.

Andere Faktoren verstärken neue Entwicklungen in der globalen Risikolandschaft wie unhaltbare Verschuldung, eine neue Ära niedrigen Wachstums, geringe globale Investitionen und De-Globalisierung. Hinzu kommen eine Verlangsamung der gesellschaftlichen Entwicklung der Menschheit nach jahrzehntelangen Fortschritten, eine schnelle Entwicklung von Technologien mit doppeltem Verwendungszweck – zivil und militärisch – sowie der wachsende Druck durch Auswirkungen des Klimawandels. Das Zeitfenster, das noch bis zum Übergang zu einer erhitzten 1,5°C-Welt bleibt, schliesst sich zusehends.

Die Risiko-Forscher des WEF sind sich deshalb sicher: «All diese Faktoren zusammengenommen werden ein einzigartiges, unsicheres und turbulentes Jahrzehnt zu gestalten.»

Diese Gefahren könnten uns in den nächsten zwei Jahren drohen:

  1. Krise bei den Lebenshaltungskosten
  2. Naturkatastrophen und extreme Wetterereignisse
  3. Geoökonomische Konfrontation
  4. Versäumnisse bei der Eindämmung des Klimawandels
  5. Erosion des sozialen Zusammenhalts und gesellschaftliche Polarisierung

Diese Gefahren könnten uns in den nächsten zehn Jahren drohen:

  1. Versagen bei der Eindämmung des Klimawandels
  2. Versäumnisse bei der Anpassung an den Klimawandel
  3. Naturkatastrophen und extreme Wetterereignisse
  4. Verlust der biologischen Vielfalt und Zusammenbruch von Ökosystemen
  5. Unfreiwillige Migration im grossen Massstab

Risikobewertungen sind immer mit einer grossen Ungewissheit verbunden. Und sie erwecken immer den Anschein von absoluter Schwarzmalerei. Es liegt aber in der Natur der Sache, dass solche Risiken und Gefahren möglichst drastisch schildern müssen. Denn nur so werden die Gefahren von den Entscheidungsträgerinnen und -träger ernst genommen.

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