Nach einem erneuten Anstieg auf schätzungsweise 5,5 Prozent im Jahr 2021, dürfte sich das globale Wachstum dieses Jahr deutlich abschwächen. Experten der Weltbank rechnen mit einem durchschnittlichen Wachstum von 4,1 Prozent 2022. Dies ist auf die wiederkehrenden Ausbrüche von COVID-19, die abnehmende finanzpolitische Unterstützung und anhaltende Versorgungsengpässe zurückzuführen.

Diese fünf wichtigsten Trends beeinflussen laut WEF die Weltwirtschaft 2022:

  1. Globales Wachstum wird sich in den Jahren 2022 und 2023 voraussichtlich verlangsamen

Das weltweite Wachstum wird sich deutlich verlangsamen, da der anfängliche Aufschwung 2021 bei Konsum und Investitionen schon wieder nachlässt. Ein Grossteil der globalen Abschwächung im Prognosezeitraum wird durch die grossen Volkswirtschaften verursacht, was auch die Nachfrage in den Schwellen- und Entwicklungsländern belastet.

2. Die Erholung in Schwellen- und Entwicklungsländern wird wohl schwächer ausfallen als in den restlichen Volkswirtschaften

Im Gegensatz zu den reichsten Volkswirtschaften werden die meisten aufstrebenden Volkswirtschaften voraussichtlich erhebliche Produktionseinbussen durch die Pandemie erleiden. Dabei sind die Wachstumskurven nicht stark genug, um die Investitionen oder die Produktion für die Jahre 2022–23 wieder auf den Stand von vor der Pandemie zu bringen.

3. Nach der überraschenden Aufwärtsbewegung im Jahr 2021 bleibt die globale Inflation in diesem Jahr voraussichtlich auf hohem Niveau

Die Wiederbelebung der globalen Wirtschaftstätigkeit hat zusammen mit Versorgungsunterbrechungen und höheren Lebensmittel- und Energiepreisen die Gesamtinflation in vielen Ländern angefacht. Bei mehr als der Hälfte der Schwellenländer mit Inflationszielen wird die Inflation im Jahr 2021 über dem Zielwert liegen. Das wird die Zentralbanken dazu veranlassen, die Leitzinsen zu erhöhen. Die meisten Prognosen gehen übereinstimmend davon aus, dass die mittlere globale Inflation auch 2022 auf einem hohen Niveau verharren wird.

4. Schwerwiegende wirtschaftliche Störungen aufgrund der raschen und gleichzeitigen Ausbreitung der Omikron-Variante sind ein zentrales Risiko für das kurzfristige Wachstum

Die Verlangsamung des globalen Wachstums von 2021 bis 2022 könnte noch stärker ausfallen, wenn die rasche Ausbreitung von Omikron die Gesundheitssysteme weltweit überfordert. Vor allem wenn dies die Wiedereinführung strenger Pandemiebekämpfungsmassnahmen in den wichtigsten Volkswirtschaften zur Folge hätte. Omikron-bedingte wirtschaftliche Störungen könnten das globale Wachstum in diesem Jahr weiter verringern – je nach Annahme zwischen 0,2 und 0,7 Prozentpunkte. Die damit verbundenen Verwerfungen könnten auch die Versorgungsengpässe verschärfen und den Inflationsdruck verstärken.

5. Globale Zusammenarbeit und wirksame nationale Massnahmen sind zwingend, um die mit Wetter- und Klimakatastrophen verbundenen hohen Kosten zu bewältigen

Schwere Naturkatastrophen und klimabedingte Ereignisse könnten auch die Erholung in den Schwellen- und Entwicklungsländern zum Scheitern bringen. Es bedarf einer globalen Zusammenarbeit, um die Fortschritte bei der Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens zu beschleunigen und die wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Kosten des Klimawandels zu verringern. Diese werden in vielen Fällen unverhältnismässig stark von gefährdeten Bevölkerungsgruppen getragen.

Die internationale Gemeinschaft kann laut Weltwirtschaftsforum ebenfalls helfen, indem sie den Kampf gegen den Klimawandel verstärkt, umweltfreundliche Investitionen erhöht und in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern einen Übergang zu umweltfreundlicher Energie erleichtert. Nationale politische Massnahmen können auch darauf zugeschnitten werden, Investitionen in erneuerbare Energien und Infrastruktur zu fördern und die technologische Entwicklung voranzutreiben. Darüber hinaus können die politischen Entscheidungsträger wachstumsfördernden Reformen Vorrang einräumen, die die Bereitschaft für künftige klimabedingte Krisen erhöhen.

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