Das Metaverse ist noch keine Realität, aber es könnte die nächste Evolutionsstufe des Internets sein. Die Idee ist, dass die „erweiterte Realität“ (eine Kombination aus erweiterter, virtueller und gemischter Realität) zu einem zentralen Instrument für soziales und geschäftliches Engagement wird. (Foto: Shutterstock)

Doch was wird der Einzug von Supercomputern für das Metaversum und die virtuelle Realität bedeuten – und wie können wir verantwortungsvoll damit umgehen? Das World Economic Forum hat sich mit dieser Frage auseinandergesetzt und bietet in ihrem Beitrag eine wichtige Orientierung.

Was ist ein Supercomputer?

Einfach ausgedrückt ist ein Supercomputer ein Computer mit einer sehr hohen Leistung. Diese Leistung, die jeden handelsüblichen Laptop oder Desktop-PC bei weitem übertrifft, kann unter anderem dazu verwendet werden, grosse Datenmengen zu verarbeiten und daraus wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Wann immer Sie von Supercomputern hören, werden Sie wahrscheinlich den Begriff FLOPS hören – «floating point operations per second». FLOPS ist ein Schlüsselmass für die Leistung dieser Spitzenprozessoren und gibt an, wie gut ein Computer diese komplizierten Berechnungen bewältigen kann.

Der Markt für Supercomputer

Es wird erwartet, dass der Supercomputermarkt von 2021 bis 2026 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von etwa 9,5 % wachsen wird. Die zunehmende Verbreitung von Cloud Computing und Cloud-Technologien wird dieses Wachstum ankurbeln ebenso wie der Bedarf an Systemen, die grössere Datensätze zum Trainieren und Betreiben von Künstlicher Intelligenz (KI) aufnehmen können. Die Branche hat in den letzten Jahren einen Boom erlebt, wobei bahnbrechende Errungenschaften dazu beigetragen haben, das öffentliche Interesse zu wecken.

Der KI-Supercomputer von Meta

Ende Januar gab Meta (die Muttergesellschaft von Facebook) in den sozialen Medien bekannt, dass das Unternehmen einen KI-Supercomputer entwickeln werde. Wenn Metas Ankündigung wahr ist, wird dies eines Tages der schnellste Supercomputer der Welt sein. Sein einziger Zweck? Die Ausführung der nächsten Generation von KI-Algorithmen.

Metaverse und Supercomputer: die Welt von morgen

Meta hat eine Vielzahl revolutionärer Einsatzmöglichkeiten für seinen Supercomputer versprochen, von ultraschnellen Spielen bis hin zur sofortigen und nahtlosen Übersetzung von unglaublich grossen Mengen an Text, Bildern und Videos auf einmal. Man stelle sich eine Gruppe von Menschen vor, die gleichzeitig verschiedene Sprachen sprechen und nahtlos miteinander kommunizieren können. Er könnte auch eingesetzt werden, um riesige Mengen von Bildern oder Videos auf schädliche Inhalte zu scannen oder ein Gesicht in einer grossen Menschenmenge zu erkennen.

Der Computer wird auch eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von KI-Modellen der nächsten Generation spielen, er wird das Metaverse antreiben und eine Grundlage bilden, auf der künftige Metaverse-Technologien aufbauen können. Die Implikationen all dieser Leistung bedeuten jedoch, dass es ernsthafte ethische Überlegungen für die Nutzung des Supercomputers von Meta und für Supercomputer im Allgemeinen wird geben müssen.

Ethik und Künstliche Intelligenz

Neue Technologien haben schon immer gesellschaftliche Diskussionen darüber erfordert, wie sie eingesetzt werden sollten – und wie nicht. Supercomputer sind in dieser Hinsicht nicht anders. Obwohl die KI bei der Lösung einiger grosser und komplexer Probleme in der Welt brilliert hat, gibt es immer noch einige Schwachstellen. Diese Fehler werden nicht von den KI-Algorithmen verursacht, sondern sind eine direkte Folge der Daten, die in die KI-Systeme eingespeist werden.

Wenn die Daten eine Voreingenommenheit aufweisen, ist das Ergebnis einer KI-Berechnung zwangsläufig mit dieser Voreingenommenheit behaftet. Wenn das Metaverse und die virtuelle Realität zu einem «zweiten, digitalen Leben» werden, werden wir dann zwangsläufig die Fehler, Vorurteile und Voreingenommenheit des ersten Lebens mit uns tragen?

Das Zeitalter der künstlichen Intelligenz bringt auch wichtige Fragen über die menschliche Privatsphäre und die Privatsphäre unserer Gedanken mit sich.

Um diese Bedenken auszuräumen, müssen wir unsere Interaktion mit KI ernsthaft untersuchen. Wenn wir uns mit den ethischen Strukturen der KI befassen, müssen wir sicherstellen, dass ihre Nutzung transparent, erklärbar, unvoreingenommen und rechenschaftspflichtig ist.

Wir müssen in der Lage sein zu erklären, warum eine bestimmte Berechnung oder ein bestimmter Prozess überhaupt in Gang gesetzt wurde, was genau geschah, als die KI ihn durchführte, und wir müssen sicherstellen, dass es keine anfängliche menschliche Voreingenommenheit gegenüber einer Gruppe oder einer Idee gab, und uns darüber im Klaren sein, wer für die Ergebnisse einer Berechnung verantwortlich gemacht werden sollte.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Supercomputer und die Unternehmen, die sie herstellen, sicherstellen werden, dass diese vier Schlüsselbereiche konsequent und transparent behandelt werden. Aber es wird umso dringlicher werden, je mehr Macht und Einfluss sie auf unser Leben ausüben – sowohl online als auch in der realen Welt.

Demokratie im Test: Warum die Schweiz ein globales Vorbild ist

Populistische Bewegungen gewinnen an Boden. Woran liegt das?

«Wucht des Wandels»

Die Innovation unserer Zeit ist die Digitalisierung - sie weckt auch Ängste. Historiker Tobias Straumann über die Kraft des Neuen.

KI als Machtfaktor: Der globale Wettlauf um digitale Vorherrschaft

USA, China und Europa ringen um Standards, Einfluss und technologische Souveränität – und verändern die internationale Ordnung.

Tue Gutes und schweige darüber

Firmen sehen zunehmend Risiken in der Kommunikation von Strategien und Zielen zur Nachhaltigkeit. Gleichzeitig nehmen die Berichterstattungspflichten zu. Wie eine überzeugende Kommunikation gleichwohl gelingt. Drei Empfehlungen.

Wenn Mathematik Demokratie erklärt – und ihre Schwachstelle entlarvt

Warum ein Ökonom in den 1950er-Jahren eine Diktaturwarnung herausgab

«Irgendwann ist das Matterhorn nur noch ein Steinhaufen»

Der einstige Skistar Bernhard Russi über seine sportlichen Erfolge, die Olympischen Spiele und den Klimawandel – zweiter Teil des Gesprächs.

Chatbait: Wenn KI-Chatbots uns nicht mehr gehen lassen

Warum endlose Konversation zum neuen endlosen Scrollen wird

«Wer weiss, woher er kommt, kann mit Erfolg umgehen»

Ski-Weltmeister Michael von Grünigen über Schweizer Sternstunde an der WM, die Probleme im Nachwuchs und die Folgen des Klimawandels.

Nur wer offen ist, erzielt Wirkung

Die Wissenschaft lebt vom internationalen Austausch der Ideen.