Die Europäer und die Amerikaner haben während der letzten drei Jahrhunderte die Wissenschaft und die Technologie nach Belieben dominiert. Mit der Digitalisierung globalisiert sich aber zusehends auch das Wissen. Allen voran China hat sich zu einem starken Player entwickelt. Die Forscherin Reinhilde Veugelers vom Brüsseler Think Tank Breugel hat ein paar interessante Zahlen und Faktenzusammengetragen, die Chinas unaufhaltsamen Aufstieg bei den Investitionen in Forschung und Entwicklung nachzeichnen.

Laufend steigende Investitionen
In diesem Bereich ist China mittlerweile weltweit Nummer zwei vor der EU und hinter den USA. Die Grafik 1 zeigt eindrücklich, wie Chinas Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den letzten 15 Jahren kontinuierlich gestiegen sind, während sich traditionell starke Länder wie Japan, Deutschland, Grossbritannien oder Russland sehr zurückhaltend zeigten. Von den weltweiten Investitionen in Forschung und Entwicklung stammen mittlerweile 20 Prozent aus China.

Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. China setzt alles daran, die wissenschaftliche und technologische Entwicklung voranzutreiben. Kein Land verleiht in den wissenschaftlichen und technologischen Studien mehr Hochschuldiplome als China, und zwar auf der Bachelor-Stufe wie auf der PhD-Stufe (siehe Grafik 2). Bei letzterer können die USA, die 2006 von China überholt wurden, knapp mithalten. Bei der Publikation wissenschaftlicher Publikationen (Anzahl) hat das Reich der Mitte fast zu den USA aufgeschlossen.

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Die Rechnung der Regierung in Peking scheint aufzugehen. Will und soll China langfristig und nachhaltig wachsen, geht das nur über die konsequente Investition in Wissen und Innovation, sprich in Wissenschaft und Technologie. Dabei werden die chinesischen Köpfe nicht nur zuhause ausgebildet, sondern an die besten Universitäten der USA geschickt und dann wieder zurückbeordert. Das stellt die USA, die vor allem von der akademischen Offenheit und dadurch von den besten Forscherinnen und Forschern profitieren, vor eine wichtige Frage: Werden sie künftig die chinesischen Spitzenleute halten können, auf die sie ebenfalls angewiesen sein werden? Und werden eines Tages chinesische Spitzenunis amerikanische Forscherinnen und Forscher im grossen Stil abwerben?

Europas Ratlosigkeit – Chinas Masterplan
Für den Wissenschaftsstandort Europa, der gegenüber den USA und China kontinuierlich an Terrain einbüsst, ist die Frage laut Studienverfasserin Veugelers noch gravierender. Die europäischen Hochschulen liessen die amerikanische Offenheit vermissen und hätten in den letzten Jahrzehnten zu wenig unternommen, in die Exzellenz der Spitzenuniversitäten zu investieren, um für den Rest der akademischen Welt attraktiv zu sein.

Dessen ungeachtet geht Chinas Aufstieg weiter, womit der Masterplan der Regierung aufgehen dürfte: Bis 2050 der globale Leader in Wissenschaft und Innovation zu werden.

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