Das sind die grössten Risiken für die Welt

Der Global Risks Report 2018 des Weltwirtschaftsforums.

Auch fast 30 Jahre nach Ende des Kalten Kriegs gilt die atomare Bedrohung als grösstes Risiko. (Bild: Pixabay)

Mit der zunehmenden Globalisierung und digitalen Vernetzung verstärkt sich das Gefühl, die Risiken auf unserem Planeten würden immer grösser und komplexer. Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos nutzt jeweils die Gelegenheit, die weltweiten Leader aus Wirtschaft, Regierungen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zu den grössten Risiken zu befragen. Nun publiziert das WEF den diesjährigen Global Risks Report 2018, aus dem jene drei Gefahren kurz skizziert werden, mit denen wir in den nächsten zehn Jahren am stärksten konfrontiert werden dürften.

1. Massenvernichtungswaffen
Seit US-Präsident Donald Trump den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un als «rocket man» bezeichnet und ihm damit gedroht hat, sein US-Atomwaffenknopf sei «grösser und mächtiger» als der nordkoreanische, ist ein Nuklearkrieg plötzlich wieder zu einem realistischen Szenario geworden. 93 Prozent der Befragten im diesjährigen WEF-Bericht sind davon überzeugt, dass sich die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Super- und Atommächten in den nächsten Jahren generell verschlechtern werden. Ein weiterer Unruheherd sind der Nahe und der Mittlere Osten, wo eine Vielzahl an destabilisierenden Kräften zu neuen Gewaltexzessen und militärischen Auseinandersetzungen führen könnte, neben denjenigen Konflikten in Syrien und Jemen.

2. Naturkatastrophen
2017 war das Jahr der Hurrikane und Wirbelstürme, der hohen Temperaturen und des Anstiegs des globalen CO2-Ausstosses, und zwar überall auf der Welt. Allein in den USA haben die 16 grössten Wetter- und Klimaereignisse jeweils Schäden von über 1 Milliarde Dollar verursacht – ein (trauriger) Rekord. Deshalb erstaunt es nicht, dass der Global Risks Report 2018 die Folgen der Naturkatastrophen als Top-Risiko einschätzt. Besonders heikel ist der zunehmende Mangel an sauberem Wasser. Dies könne in grossen Regionen die ökonomischen Aktivitäten beeinträchtigen, Konflikte auslösen und die Menschen zur Flucht bewegen. Ernüchternd ist gemäss diesem Bericht, dass die Weltgemeinschaft diese reellen Gefahren, die empirisch belegt sind, nach wie vor unterschätzt. Zwar hätten 170 Staaten das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet. Dadurch, dass sich die USA aber weigerten, konkrete Schritte gegen die stetig steigenden Temperaturen zu unternehmen, würden die globalen Anstrengungen unterwandert. Andere Staaten schlössen sich den USA an und machten ebenfalls nichts. Der Global Risks Report 2018 erachtet es als sehr wahrscheinlich, dass die Bemühungen, den CO2-Ausstoss zu reduzieren, weiterhin wenig fruchten werden, so dass die Zahl der Naturkatastrophen (Hitzeperioden, Hurrikane etc.) weltweit zunehmen dürfte.

3. Cyber-Attacken
Der Diebstahl von Daten und Cyber-Attacken werden von den Befragten als enorme Gefahren eingestuft. Zwar hätten sich dank des Internets viele Aspekte des Lebens zum Besseren verändert. Doch die globale Vernetzung der Computersysteme biete Kriminellen ganz neue Möglichkeiten: Attacken auf Systeme und Datenbanken könnten sowohl von Technologie-affinen Teenagern als auch von Staaten ausgeführt werden. Vor allem die Unternehmen litten darunter. Die Anzahl Cyber-Attacken habe sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Der finanzielle Aufwand, um sich vor solchen Angriffen zu schützen, steige kontinuierlich. Mittlerweile seien 64 Prozent der Mails gefährlich und bösartig. Ein bekanntes Beispiel war die «WannaCry»-Attacke, welche 300’000 Computer in 150 Ländern verseucht und Kosten von 300 Millionen Dollar verursacht hatte. Gemäss WEF-Report sind kritische Infrastrukturen wie die Energieversorgung, Militär, Verkehr, Industriekonzerne und Staaten von Cyber-Attacken bedroht.

Autor: Pascal Ihle