Do you speak Blockchain?

Wie die neue PR-Agentur Narwal, eine Tochter von furrerhugi, eine Brücke zwischen der neuen und der alten Welt baut und auf Swissness setzt.

Vernetzung der alten und neuen Welt anhand dezentralisierter Kommunikation. (Bild: Fotolia)

Man reibt sich verwundert die Augen. Von der breiten Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, hat sich zwischen Zug und Zürich im sogenannten Crypto Valley eine Reihe von Unternehmen angesiedelt, die nichts Geringeres im Sinn haben, als die Welt zu verändern. Mehr noch: sie zu revolutionieren. Die jungen Menschen, vernehmlich Programmierer, Unternehmer und Visionäre stammen aus allen Ecken der Welt und sprechen Englisch, Russisch, Deutsch, Spanisch, Französisch oder Lettisch. Sie leben und atmen Blockchain. Für sie ist diese neue Technologie Lebenselixier, Eldorado und Utopie in einem.

Kryptoenthusiasten vergessen, ihre Geschichte zu erzählen
So grossartig sich die neuen Geschäftsideen und Visionen anhören, so ansteckend der Unternehmer- und Pioniergeist ist, häufig sind die jungen Macherinnen und Macher vor lauter Enthusiasmus nicht in der Lage, ihre Story zu erzählen. Manchmal vergessen sie, dass sie in dieser neuen dezentralen Welt eben auch kommunizieren müssen. Und zwar nicht nur mit den Kryptoenthusiasten und den Gleichgesinnten, sondern auch mit der alten Welt. Das ist eine der Crux an Blockchain: Da es sich um eine noch relativ neue Technologie handelt und die Geschäftsmodelle erst am Anfang stehen, muss man viel erklären und überzeugen, nicht zuletzt Geldgeber, herkömmliche Unternehmen, Politiker und Regulatoren.

Blockchain – und das ist eine der Kernbotschaften – ist weit mehr als Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether oder Ripple, die abenteuerliche Achterbahnfahrten erleben. Blockchain hat das Potenzial, das neue Internet 3.0 zu werden, auf dem viele neue Geschäftsmodelle und Unternehmen entstehen wie seinerzeit bei den Geburtsstunden der Silicon-Valley-Tech-Champions. Bevor Google zu seinem globalen Siegeszug ansetzen konnte, gab es Hunderte von Suchmaschinen-Projekten, an die wir uns heute nicht mehr erinnern.

Blockchain Taskforce als Geburtshelfer
Vor diesem Hintergrund ist Anfang dieses Jahres die Kommunikationsagentur Narwal Blockchain PR gegründet worden. Die beiden Geburtshelfer – die Kommunikationsagentur furrerhugi mit Sitz in Bern, Zürich, Lugano, Lausanne und Brüssel sowie die Zuger Startup-Berater und Investoren Lakeside Partners – hatten bereits im Herbst 2017 die Blockchain Taskforce unter dem Patronat der beiden Bundesräte Ueli Maurer und Johann Schneider-Ammann gegründet mit dem Ziel, das gegenseitige Verständnis der alten und der neuen Welt zu fördern. Der Erfolg und die Resonanz der Taskforce mit 50 namhaften Exponenten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Unternehmen aus dem Crypto Valley waren derart gross, dass mit der Gründung der Agentur Narwal der nächste Schritt der Zusammenarbeit von furrerhugi und Lakeside Partners auf der Hand lag.

Narwal hilft den Blockchain-Startups, ihre Geschichte aufzubereiten und zu erzählen, und zwar den richtigen Zielgruppen über die passenden Kanäle. Dabei werden die PR- und Marketingaktivitäten zusammen eng abgestimmt auf die Ziele der Unternehmen, namentlich in der anspruchsvollen mehrmonatigen Zeit des Initial Coins Offerings (ICO).

Vier grosse Unterschiede
Das hört sich alles nach klassischer Kommunikations- und PR-Arbeit an. Ist es auch. Jedenfalls weitgehend – doch es gibt ein paar grundlegende Unterschiede:

  1. Geschwindigkeit: Die Blockchain-Community ist ständig erreichbar, 24 Stunden sieben Tage die Woche.
  2. Dezentralität: Der Firmensitz liegt vielleicht im Cryptovalley, die Mitarbeiter arbeiten aber überall auf der Welt.
  3. Technologie: Chats, Bots, digitales Marketing, Monitoring sowie Messen und Analysieren sind zentral.
  4. Kollaboration: Vieles in der Blockchain- und Kryptowelt ist neu. Alle lernen, niemand kann alles. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit externen Spezialisten unabdingbar, weil laufend neue Fragen und Herausforderungen auftreten.

Narwal hat gegenüber den grossen Kommunikationsagenturen aus den USA und Israel, die bislang die Kryptokommunikation dominierten, einen Vorteil. Da gegenwärtig knapp die Hälfte der neuen Blockchain-Projekte irgendeinen Bezug zur Kryptonation Schweiz haben, spielt plötzlich die Swissness eine zunehmend wichtige Rolle. Die wäre: Zuverlässigkeit, Qualität, Verbindlichkeit, profunde Kenntnis der Schweizer Politik und dadurch der kommunalen, kantonalen und eidgenössischen Behörden sowie die Beziehung zu den Regulatoren, sprich zur Finanzmarktaufsicht FINMA, und zu den hiesigen Anwälten.

Die PR-Agentur versteht sich jedoch nicht nur als Brückenbauerin und Vermittlerin. Der Namensgeber Narwal mit seinem spektakulären rund zwei Meter langen Stosszahn ist für zahlreiche gute Geschichten verantwortlich. Seit dem frühen Mittelalter ranken sich einprägsame Legenden um den Wal – sprich gute Stories. Solche will die Agentur aus dem Cryptovalley heraus in die weite Welt erzählen.

Autor: Pascal Ihle