Elf Tipps, um glücklicher zu leben

Man braucht keine Lotto-Millionen, um glücklich zu sein. Wenige Veränderungen der Lebensgewohnheiten können bereits viel bewirken.

Slow down für die kleinen Dinge des Lebens. Diesen Tipp beherzigen glückliche Menschen. (Bild: Fotolia)

Ein neues Auto, eine Beförderung, ein Sechser im Lotto – viele Menschen würden sich glücklich schätzen, wenn eines dieser drei Beispiele bei ihnen einträfe. Fragt sich nur, wie lange das Glücklichsein im Alltag anhalten würde? Forscher der Northwestern University in Evanston und Chicago (USA) sind dieser Frage nachgegangen und haben auf einer Glücksskala zwei Gruppen von Menschen miteinander verglichen: Auf der einen Seite Lotterie-Millionäre; auf der anderen Seite Erwerbstätige, die über das Glücksspiel nicht reich geworden sind. Die Studie kommt nach einer subjektiven Zufriedenheits-Befragung zu einem verblüffenden Schluss: Auf der Glücksskala liegen beide Gruppen gleichauf. Es irrt, wer denkt, dass grosse Ereignisse das Glück oder die Traurigkeit eines Menschen signifikant beeinflussen. Psychologen sprechen in diesem Zusammenhang von einer Fehleinschätzung (impact bias). Ereignisbasiertes Glück ist nur von kurzer Dauer.

Langfristiges Glück hingegen kann synthetisch, also durch eigene Gewohnheiten, hergestellt werden. Höchst glückliche Menschen geben in einem von Travis Bradberry publizierten Bericht elf Tipps, die das Glücklichsein begünstigen können:

Slow down für die kleinen Freuden des Lebens. Naturgemäss verfallen wir in Routine. Das ist ganz gut so. Es spart wertvolle Denkarbeit und schafft Komfort. Ab und zu müssen wir aber ausbrechen aus den gewohnten Bahnen. Glückliche Menschen geniessen zum Beispiel ein feines Essen; sie haben Spass an einem inspirierenden Gespräch oder gehen ab und zu nach draussen, um frische Luft zu schnappen.

Körperliche Ertüchtigung. 10 Minuten Bewegung genügen bereits, damit der Körper GABA produzieren kann – eine Aminosäure, die zur mentalen Entspannung beiträgt. Glückliche Menschen planen Gymnastikübungen am Arbeitsplatz regelmässig ein.

Grosszügige Gesten. Studien zeigen, dass es glücklicher macht, Geld für andere Menschen auszugeben als für sich selber. Das gilt besonders für kleinere Aufmerksamkeiten – beispielsweise der Kauf eines Buches, das sich ein guter Freund seit langem wünscht.

Mit den richtigen Leuten verkehren. Glück verbreitet sich durch Menschen. Sich mit glücklichen Menschen zu umgeben, schafft Selbstvertrauen, regt die Kreativität an und macht Spass. Mit negativ eingestellten Leuten Zeit zu verbringen, hat den gegenteiligen Effekt. Gehen Sie nicht auf eine Mitleidsparty, damit sich Depressive besser fühlen.

Bleiben Sie positiv. Schicksalsschläge erleben auch glückliche Menschen. Diese aber beschweren sich nicht darüber; sie wählen einen anderen Weg und reflektieren in diesem Moment alles, wofür sie dankbar sind. Auf diese Weise finden sie den besten Weg, um das Problem zu lösen. Nichts torpediert das Glücklichsein mehr als Pessimismus. Wenn Sie schlechte Dinge erwarten, werden diese gelegentlich auch eintreten. Zwingen Sie sich dazu, die Fakten zu betrachten – Sie werden sehen, dass die Dinge nicht annähernd so schlimm sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mögen.

Genügend Schlaf. Wenn Sie schlafen, lädt sich das Gehirn auf und entfernt toxische Proteine, die sich tagsüber als Nebenprodukte normaler neuronaler Aktivität angesammelt haben. Die Erholung sorgt dafür, dass Sie mit klarem Kopf aufwachen. Schlaf verbessert die Stimmung, den Fokus und die Selbstbeherrschung. Schlafentzug reduziert Energie, Aufmerksamkeit und Erinnerung. Auch der Stresshormonspiegel schnellt bei wenig Schlaf in die Höhe, obwohl kein Stressfaktor vorhanden ist.

Führen Sie bereichernde Gespräche. Glückliche Menschen wissen, dass Glück und Substanz einhergehen. Deshalb vermeiden sie Klatsch und Smalltalk. Sie unterlassen es auch, andere Leute zu beurteilen. Stattdessen konzentrieren sie sich auf sinnvolle Interaktionen. Sie interagieren mit anderen Menschen auf einer tieferen Ebene, weil sie wissen, dass bereichernde Gespräche einen grossen Lerneffekt haben, die Stimmung heben und eine emotionale Bindung herstellen.

Helfen Sie anderen. Nehmen Sie sich Zeit, anderen Menschen zu helfen. Sie werden sehen: Ihr Körper wird mehr Glückshormone ausschütten. Gemäss einer Harvard-Studie waren Mitarbeiter, die anderen geholfen hatten, zehnmal wahrscheinlicher konzentriert bei der Arbeit und erhielten 40 Prozent wahrscheinlicher eine Beförderung. Die gleiche Studie zeigte, dass Menschen, die konsequent soziale Unterstützung geleistet hatten, gerade in Zeiten hohen Stresses am glücklichsten waren.

Bemühen Sie sich, glücklich zu sein. Niemand steht jeden Morgen voller Glücksgefühle auf. Glückliche Menschen arbeiten jedoch härter daran, eine gute Stimmung zu generieren. Sie wissen, wie gefährlich es ist, von der Routine überrollt zu werden, ohne die eigenen Emotionen überwachen zu können. Glückliche Menschen bewerten ständig ihre Stimmung und treffen Entscheidungen unter Berücksichtigung ihrer Glückseligkeit.

Erledigen Sie Dinge persönlich. Glückliche Menschen lassen Technologie nur dann sprechen, wenn es absolut notwendig ist. Das menschliche Gehirn ist auf persönliche Interaktion angewiesen. Glückliche Menschen nutzen diese Chance, um einen Freund zu treffen, weil ihnen die Begegnung gut tut.

Bewahren Sie eine wachstumsorientierte Haltung. Die Kernattribute eines Menschen lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: einerseits eine fixe Denkweise, andererseits eine wachstumsorientierte Haltung. Leute mit einer fixen Einstellung glauben, dass sie sind, wer sie sind, und sich nicht mehr verändern können. Das schafft Probleme, wenn sie vor Herausforderungen stehen, denn alles, was mehr zu sein scheint als sie verkraften könnten, wird sie überfordern. Menschen mit einer wachstumsorientierten Haltung sind davon überzeugt, sich mit einem Kraftakt verbessern zu können. Das macht sie glücklicher, weil sie dadurch besser mit Schwierigkeiten umgehen können.

Probieren Sie es aus – viel Glück!

Autor: Thomas Wälti