Die Jobs der Zukunft

So machen Sie Ihre Kinder fit für den Arbeitsmarkt von morgen.

Digitalisierung in Bildung und Beruf: die entsprechenden Jobprofile der Zukunft gibt es noch gar nicht. (Bild: Fotolia)

Wie kann sich die nächste Generation im Zuge der Digitalisierung auf Jobs vorbereiten, die es noch gar nicht gibt? Avi Goldfarb, Co-Autor des Fachbuchs «Prediction Machines: The Simple Economics of Artificial Intelligence», wagt einen Blick in die Kristallkugel: In Zukunft könnten für die arbeitende Bevölkerung drei Beschäftigungsfelder sehr interessant werden: Es brauche Menschen, die intelligente Maschinen bauen. Diese Maschinen müssten wiederum von anderen Menschen weiterentwickelt werden. Und schliesslich werde es die Kategorie «Berühmtheiten» geben. Avi Goldfarb meint dabei Protagonisten aus der Unterhaltungsindustrie – Schauspieler, Sportstars, Künstler, Schriftsteller.

Einem Bericht der Markforschungsgesellschaft Gartner zufolge würden durch künstliche Intelligenz (KI) mehr Jobs geschaffen als vernichtet. In der Studie weisen die Forscher darauf hin, dass im Speziellen dem Gesundheits- und Bildungswesen ein starkes Wachstum bevorstehen könnte. Wegen der Automatisierung müsse in den Bereichen Krankenpflege und Bildung ein Umdenken stattfinden, meint Avi Goldfarb. KI-Tools würden vermehrt in der häuslichen Krankenpflege älterer Menschen unterstützend eingesetzt und Routinetätigkeiten selbständig erledigen. So erinnern Roboter die Patienten daran, Medikamente rechtzeitig einzunehmen oder einen Spaziergang zu machen. Diese Bots können auch per Fernzugriff programmiert werden. Das bedeutet: Das Berufsbild der Pflegefachleute unterzieht sich einem Wandel.

Wer etwas von Informatik verstehe und sich in dieser Sparte gut weiterbilde; wer die Bedürfnisse der Gesellschaft und der Unternehmen kenne und dadurch ein Verständnis für Geistes- und Sozialwissenschaften entwickle, habe auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft die besten Chancen, so Avi Goldfarb.

Ein geisteswissenschaftliches Studium als Schlüssel
Universitätsprofessor Avi Goldfarb empfiehlt ein Studium in den Bereichen Kunst, Philosophie, Geschichte, Soziologie, Psychologie oder Neurobiologie. Dieses angeworbene Wissen würde jungen Menschen helfen, das Potenzial der künstlichen Intelligenz bestmöglich nutzen zu können. Im Zuge der Automatisierung wiederkehrender Aufgaben sind die Kreativität und die soziale Intelligenz des Menschen besonders gefragt.

Keine Spezialisierung

Amir Orad, CEO des Geschäftsanalysen-Softwareunternehmens Sisense, liess in einem Bericht des US-amerikanischen Monatsmagazins Fast Company verlauten, dass Kinder eine multidisziplinäre Ausbildung geniessen sollten. Das heutige Schulsystem sei auf Spezialisierung ausgerichtet. Die Folgen könnten für die nächste Generation gefährlich sein, so Amir Orad. Der Arbeitsmarkt der Zukunft erfordere eine hohe Anpassungsfähigkeit, denn Stellenprofile würden sich verändern.

Technikaffin bleiben
Avi Goldfarb und Amir Orad raten, das Unerwartete zu erwarten. Künstliche Intelligenz und Automatisierung würden die Arbeitslandschaft fundamental verändern. Vor 50 Jahren hätte sich niemand vorstellen können, dereinst als Social-Media-Vermarkter aufzutreten. Heute besitzen die meisten ein Smartphone. Kinder sollten deshalb unverkrampft an die neueste Technologie herangeführt werden, meint Amir Orad.

Autor: Thomas Wälti