In der Schweiz leben die klügsten Köpfe

Welches Land und welche Stadt im Buhlen um unternehmerische Talente die Nase vorn haben.

In der Schweiz leben die klügsten Köpfe. Das jedenfalls behauptet eine Studie, die von der Wirtschaftshochschule Insead in Fontainebleau (Fr), vom Personalvermittler Adecco und vom indischen Telekommunikationsunternehmen Tata Communications gemeinsam in Auftrag gegeben wurde. Dabei wurde in 125 Nationen untersucht, wie ein Land unternehmerische Talente rekrutiert, ausbildet und an sich bindet. Diese hochbegabten jungen Kräfte sind angesichts der fortschreitenden Digitalisierung und der Globalisierung gewissermassen der Motor eines Unternehmens.

Die Schweiz führt zum sechsten Mal hintereinander das Ranking des Global Talent Competitiveness Index (GTCI) an. Singapur und die USA folgen auf den Plätzen 2 und 3 (siehe Grafik). In den Top Ten figurieren acht Vertreter aus Europa und die gleichen zehn Nationen wie im vergangenen Jahr. Das bedeutet: Talente zieht es überwiegend in kleinere Volkswirtschaften mit hohem Einkommen und renommierten Universitäten sowie in die USA und nach Singapur. Diese offenen Volkswirtschaften hätten alle in die Schaffung und Förderung unternehmerischer Talente und in die Bildung investiert, schreibt Insead-Autor Prof. Felipe Monteiro in seinem bemerkenswerten Artikel.

Die Forscher haben sechs Hauptbereiche untersucht, die jeweils Unterkategorien enthielten:

  • Geschäftsumfeld
  • Beseitigung von Barrieren
  • Aus- und Weiterbildung
  • Lebensqualität
  • Beschäftigung
  • Innovation und Führung

Sie vergaben der Schweiz Bestnoten bei der Lebensqualität und Beschäftigung sowie in den Unterkategorien lebenslanges Lernen, Nachhaltigkeit und Beschäftigungsfähigkeit. Weniger gute Zensuren erhielt die Schweiz in den Unterkategorien Zugang zu Wachstumschancen (Platz 10) und innere Offenheit (14). 

Zürich rutscht auf Platz 5 ab

In der Studie wurden auch 114 Städte bewertet. Zürich konnte im GCTCI-Index seine Leaderposition aus dem Vorjahr nicht verteidigen, die Limmatstadt rutschte auf Platz 5 ab. Washington (USA), Kopenhagen (Dä) und Oslo (No) schafften den Sprung aufs Podest. Die weltweit führenden Städte haben etwas gemeinsam: Sie bieten hohe Lebensqualität, Weltoffenheit, Wachstum, Konnektivität und eine moderne Infrastruktur. Unternehmerische Talente fühlen sich im Hinblick auf eine internationale Karriere an diesen Orten besonders wohl.

Alain Dehaze, CEO der Adecco Group, lässt sich auf der firmeneigenen Webseite wie folgt zitieren: «So, wie sich die Arbeitswelt mit rasanter Geschwindigkeit ändert, besteht die Gefahr, dass – wenn Länder und Städte nicht die richtigen Bedingungen bieten, um Talente für sich zu gewinnen, – sich Menschen und Unternehmen abwenden und sich anderweitig nach Möglichkeiten umschauen.» Die Ergebnisse des GTCI-Berichts seien ein weiterer Beleg dafür, inwiefern Talent zunehmend als eine Möglichkeit gesehen werde, sich erfolgreich in einer Welt des steten Wandels zurechtzufinden, meint Alain Dehaze. Um anzufügen: «Nur mit Hege und Pflege lässt sich die richtige Umgebung entwickeln, in der Talente sich entfalten können, was einen fruchtbaren Boden für Erfolg in der Zukunft schafft.»

Autor: Thomas Wälti