Zürich stellte bisher am meisten Bundesräte

Dafür ist Genf bei den Bundesrätinnen führend.

Wenn am 5. Dezember 2018 die Nachfolgerinnen oder Nachfolger von Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann gewählt werden, besteht die Chance auf eine Premiere: Schaffhausen, Nidwalden, Uri und der Kanton Jura haben noch nie ein Mitglied des Bundesrates gestellt. Mit Hans Wicki darf ein Nidwaldner hoffen. Er wurde von seiner Fraktion offiziell nominiert. Bei der CVP schaffte die Urnerin Heidi Zgraggen - eine kleine Sensation - die Nomination. Bei der FDP trat mit Christian Amsler zwar ein Schaffhauser an, der aber die Nomination zum offiziellen Kandidaten verfehlte. Keine Chance auf einen Sitz hatte von Anfang an der Kanton Jura. Dies auch deswegen, weil die Sitze von Leuthard und Schneider-Ammann als Deutschschweizer Sitze gelten. Doch welche Kantone haben seit Gründung des Bundesstaates eigentlich wie viele Mitglieder der Landesregierung gestellt?

Zwanzig Bundesräte hat der Kanton Zürich bisher gestellt. Der einwohnerstärkste Kanton steht damit auch in absoluten Zahlen an der Spitze. Aktuell ist der Kanton Zürich mit Ueli Maurer im Bundesrat vertreten. Fünfzehn Bundesräte hat der Kanton Waadt bisher in die Hauptstadt (aktuell Guy Parmelin) geschickt, vierzehn kamen aus Bern (Schneider-Ammann und Simonetta Sommaruga). St. Gallen darf auf eine Wahl von Karin Keller-Sutter von der FDP hoffen und könnte zu Solothurn aufschliessen. Hoffen darf auch das Wallis, das bisher erst drei Mitglieder im Bundesrat gestellt hat: Immerhin wurde mit Viola Amherd eine CVP-Vertreterin aus dem Oberwallis offiziell für die Wahl der Leuthard-Nachfolge nominiert.

Die erst sieben Frauen im Bundesrat, inklusive der abtretenden Doris Leuthard, kamen aus fünf Kantonen: Zwei aus Genf (Ruth Dreifuss und Micheline Calmy-Rey) und je eine aus Zürich (Elisabeth Kopp), Appenzell-Innerrhoden (Ruth Metzler), Bern (Simonetta Sommaruga), Graubünden (Eveline Widmer-Schlumpf) und Aargau.

Die Erwartungen der Kantone an ihre neue Vertretung sind häufig hoch, wie der Druck für die Wahl des Tessiner Vertreters Ignazio Cassis letztes Jahr gezeigt hat. Ein Bundesrat aus einem neuen Kanton soll anderen Bevölkerungsteilen einen besseren Draht nach Bern vermitteln. Zumindest in dieser Hinsicht dürfte die Wahl am 5. Dezember darum schon jetzt historisch sein: Mit den Nidwaldnern und den Urnern dürfen immerhin gleich zwei Kantone auf das erste Mitglied der Landesregierung hoffen.

Autor: Matthias Halbeis