Zahlen und Bilder zeigen den Wandel der Schweiz

Zahlen können wunderbare Geschichten erzählen – vor allem wenn sie in eine zeitliche Folge gestellt werden und einer innovativen Idee unterliegen. Das ist den beiden Statistikliebhabern Viktor Goebel und Thomas Schulz vorbildlich gelungen. Sie zeichnen in ihrem Buch mit dem knappen Titel «Die Schweiz in Bild und Zahl» ein wunderbares historisches Porträt der Schweiz mit neuen, unerwarteten Facetten. Dabei haben die beiden Autoren in öffentlichen Statistiken nach jenen Themen gesucht, die unseren Alltag heute genauso prägen wie vor 100 Jahren: so die Bodennutzung, die Haushaltsgrösse, die Todesfälle infolge Grippe, die Ärztedichte, die Postdienstleistungen, die Scheidungsziffern pro Kanton, die Steuereinnahmen, die Gemeindezahl oder die Bücher aus der Schweiz. 

Jedes Thema, und das ist das Besondere am Buch, ist mit anschaulichen und klar verständlichen Grafiken illustriert. Für die Diagramme zeichnen Simone Farner und Roger Conscience verantwortlich. Diese Infografiken, untermalt durch knappe Texte, illustrieren nicht nur die Aussage, sondern sie lösen einen Wow- oder Aha-Effekt aus. Mit aussagekräftigen Zahlen und ein paar Pinselstrichen wird der Lebensalltag von heute mit jenem vor 100 Jahren verglichen. 1915 war eine Zeit im Umbruch: die Industrialisierung erlebte ihren Höhepunkt, die Schieneninfrastruktur war weitgehend fertig gebaut, die Städte wurden grösser und dominanter, die Nationalstaaten waren gebildet und gerieten aneinander, was in den ersten Weltkrieg mündete, der den europäischen Kontinent ein erstes Mal im 20. Jahrhundert buchstäblich umpflügte. Die Folgen für die Schweiz lassen sich auch in «Die Schweiz in Bild und Zahl» ablesen.

Viktor Goebel und Thomas Schulz: « Die Schweiz in Bild und Zahl. Heute und vor 100 Jahren». Verlag Hier und Jetzt. Baden 2018. 

Autor: Pascal Ihle