Anschlag auf US-Präsident Trump

Ein packender Thriller von Sam Bourne.

Ein Jahr ist Donald Trump nun schon US-Präsident, und er beherrscht unerbittlich die weltweiten Schlagzeilen, nicht nur wegen seines Besuchs am Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Figur irritiert und fasziniert gleichermassen. Eine Frage steht jedoch über allen: Ist Trump voll zurechnungsfähig und damit in der Lage, die Supermacht USA zu regieren? Muss man sich Sorgen machen um die Sicherheit der Welt?

Rettung der USA – und der Welt
Wenn es nach dem langjährigen Washington-Korrespondenten und Kolumnisten der britischen Tageszeitung «The Guardian», Jonathan Freedland, geht, sind die Ängste berechtigt. Unter dem Pseudonym Sam Bourne hat er seinen neuesten Thriller Trump gewidmet. Der Titel «To Kill The President» ist Programm. Der nationale Sicherheitsberater Robert Kassian und sein Freund, der Verteidigungsminister Jim Bruton, planen einen Anschlag auf den Präsidenten. Sie haben erlebt, wie er mitten in der Nacht Atomraketen auf Pjöngjang abfeuern wollte, weil der nordkoreanische Herrscher ihn als «Feigling» bezeichnet hatte. Zehn Sekunden vor dem Abschuss vermag ein Leutnant in der Kommandozentrale den Präsidenten umzustimmen. Kassian und Bruton sind derart schockiert über das infantile Verhalten des Präsidenten, dass sie sich zum Handeln veranlasst sehen – zur Rettung der USA und der Welt.

Dem Autor gelingt es, das Komplott im Weissen Haus mit viel Spannung zu erzählen. Die Geschichte ist ein regelrechter Pageturner mit unerwarteten Wendungen, was den Thriller über die meisten Neuerscheinungen herausragen lässt. Ausgerechnet Maggie Costello, eine Mitarbeiterin der Rechtsabteilung, die dem alten Präsidenten loyal ergeben war und auf ihrem Posten ausharrt, kommt der Verschwörung auf den Grund und muss sich entscheiden: für oder gegen den neuen Präsidenten.

Voyeuristische Blicke in die Korridore der Macht
Was mindestens so spannend ist, sind die Beschreibungen der Vorgänge und Personen im Oval Office. Es sind voyeuristische Blicke in die Korridore und Sackgassen der Macht. Konspiration vermischt sich mit Allmacht und Skrupellosigkeit. Im Gegensatz zu «Fury and Fire: Inside the Trump White House» des Journalisten Michael Wolff ist «To Kill The President» kein Sachbuch. Gleichwohl erschrickt man auch in diesem Thriller, sollte die Geschichte, also eine Fiktion, auch nur in Teilen der Realität entsprechen.

Sam Bourne: «Der Präsident – kann ihn jemand stoppen, bevor er den 3. Weltkrieg auslöst?», Lübbe Verlag, Köln 2017.

Autor: Pascal Ihle