Der russische Angriffskrieg spiegelt sich in den Zahlen des Friedensforschungsinstituts SIPRI wider. Demnach haben Staaten 2022 weltweit so viel Geld für Waffen ausgegeben wie nie zuvor – vor allem in Europa. Wieder haben die Staaten bei den Ausgaben für Militär weltweit eine neue Rekordsumme investiert: 2,2 Billionen US-Dollar. Europa ist die Region, in der die Forschenden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die grösste Steigerung feststellen konnten: 13 Prozent. Auch die Schweiz will nachziehen. National- und Ständerat haben im Sommer 2022 zwei gleichlautende Motionen ihrer Sicherheitspolitischen Kommissionen angenommen, wonach die Armeeausgaben ab 2023 schrittweise zu erhöhen sind, sodass diese spätestens bis 2030 mindestens 1 Prozent des Bruttoinlandprodukts betragen. Der Krieg in der Ukraine habe die Ausgaben in die Höhe getrieben, meinte die SIPRI-Analystin Lucie Béraud-Sudreau.

Aber wohin fliesst dieses Geld? Um einen Einblick zu erhalten, hat Visual Capitalist anhand von Daten von Defense News eine Rangliste der 25 grössten Verteidigungsunternehmen der Welt nach Umsatz im Jahr 2022 erstellt.

Wichtig: Die Grafik zeigt die Einnahmen der einzelnen Unternehmen aus dem Verteidigungsbereich und nicht die Gesamteinnahmen. Der Grund dafür ist, dass viele Unternehmen auch Einnahmen aus anderen Branchen und Sektoren als dem Verteidigungssektor erzielen. So machen Verteidigungsgüter bei Boeing rund 20 oder bei General Electric etwa sechs Prozent des Gesamtumsatzes aus.

USA noch immer an der Spitze, China aber schon vor Europa
Die USA und China sind mit 12 beziehungsweise vier Unternehmen in den Top 25 die am stärksten vertretenen Länder auf dieser Liste. Die restlichen neun Firmen auf der Liste stammen aus Grossbritannien, Italien, Frankreich, Deutschland und Israel. Die USA verfügen über das grösste Militärbudget der Welt. So ist es nicht verwunderlich, dass amerikanische Unternehmen diese Rangliste dominieren.

Zu den wichtigsten US-Firmen im Defense-Bereich gehört Lockheed Martin. Entstanden ist der Konzern 1995 durch die Fusion von Lockheed Corporation und Martin Marietta. Das Unternehmen ist in erster Linie für die Herstellung von Kampfflugzeugen der neusten Generation wie etwa der F-35 bekannt, arbeitet aber auch zusammen mit der NASA am Orion-Raumschiff. Anders der Konzern RTX (ehemals Raytheon Technologies): Diese Firma stellt eine breite Palette an militärischer Ausrüstung her, darunter das tragbare Panzerabwehrraketensystem Javelin. Nach Angaben von CSIS haben die USA bisher rund 7000 Javelins an die Ukraine geliefert, was etwa einem Drittel des ukrainischen Lagerbestands entspricht. Schliesslich gehört auch Northrop Grumman zu den grössten US-amerikanischen Waffenschmieden. Das 1994 aus der Fusion von Northrop und Grumman Aerospace hervorgegangene Unternehmen ist für die Entwicklung des Tarnkappenbombers B-2 bekannt. Und sorgt im August 2023 für Schlagzeilen, als das Unternehmen ein Büro in Taiwan eröffnet, um «den Zugang zu den Technologien des Unternehmens zu beschleunigen».

Die drei führenden Unternehmen Chinas in dieser Rangliste sind allesamt Staatsunternehmen – so etwa die Chinesische Gesellschaft für Luftfahrtindustrie (AVIC). AVIC ist Chinas grösstes Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsunternehmen und steht auf Platz 150 der Fortune Global 500 (2023). Die Chengdu Aerospace Corporation, eine Tochtergesellschaft von AVIC, stellt Chinas erstes einsatzfähiges Tarnkappen-Kampfflugzeug her, die J-20. Eine anderes wichtiges chinesisches Rüstungsunternehmen ist die China North Industries Gruppe (CNIG). Sie ist international unter dem Namen Norinco Group tätig. 2003 wurde Norinco von der Bush-Regierung mit Sanktionen belegt, weil das Unternehmen den Iran mit Raketentechnologie beliefert haben soll. Schliesslich gibt es noch die China South Industries Group (CSIG), die vor allem Militärfahrzeuge, Munition und andere Ausrüstung herstellt. Dazu gehört auch Changan Automobile, eine wichtige Automarke in China und einer der grössten Hersteller von Elektro-Automobilen der Welt.

Europa mit Airbus und Rolls-Royce
Zwei wichtige europäische Unternehmen auf dieser Liste werden normalerweise nicht mit der Verteidigungsindustrie in Verbindung gebracht: Airbus und Rolls-Royce. Während der französische Konzern einer der weltweit grössten Hersteller von Verkehrsflugzeugen ist, der von grossen Fluggesellschaften inzwischen bei Angeboten gleich wie Boeing behandelt wird, stellt er im Verteidigungsbereich eine Vielzahl von Militärdrohnen, Kampfflugzeugen und Transportflugzeugen her.

Der britische Konzern Rolls-Royce hingegen ist ein wichtiger Lieferant von Flugzeug- und Marinetriebwerken und entwickelt die nuklearen Antriebssysteme für die britische U-Boot-Flotte. Rolls-Royce hat jedoch nichts mit Rolls-Royce Motor Cars zu tun, das heute eine Tochtergesellschaft von BMW ist. Das ursprüngliche Unternehmen geriet in den 1970er-Jahren in finanzielle Schwierigkeiten, was zur Trennung des Automobil- und des Flugzeugtriebwerksgeschäfts führte.

Auch wenn russische Waffensysteme vor dem Ukraine-Krieg durchaus Erfolg auf dem globalen Waffenmarkt hatten: Keine der russischen Firmen schafft es unter die grössten 25 Waffenhersteller auf dem Planeten.

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