Gen Z, die Generation der heute 10 bis 25-Jährigen, entwickelt eine Affinität zum Metaversum. Dort experimentieren sie in Rollenspielen im virtuellen Raum mit ihrer Identität und fühlen sich dadurch freier (Foto: Shutterstock)

Viele sprechen vom Metaversum, der neuen virtuellen Welt im Internet, wo sich Nutzerinnen und Nutzer mittels Avatar hineinbegeben und mit anderen spielen, kommunizieren und interagieren, Services in Anspruch nehmen wie in der Offline-Welt. Viel ist auch die Rede von der Gen Z, einer neuen Generation derjenigen Leute, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden und jetzt immer stärker ins Berufsleben drängen. Sie sind das Thema für viele Artikel nicht zuletzt deswegen, weil sie ganz andere Prioritäten setzen als bisherige Generationen im Arbeitsmarkt.

Die finnische Telekommunikationsgeräte-Firma Nokia hat die Schnittstellen zu Metaversum und Gen Z untersuchen lassen. Das sind die wichtigsten fünf Resultate dieser Studie:

1. Der Bekanntheitsgrad des Metaversums ist gering, aber das Engagement ist hoch
Viele Menschen der Gen Z sehen sich selbst nicht als «im» Metaversum und wissen nicht, was das Metaverse alles umfasst. Die Grenzen zwischen ihrer virtuellen und ihrer physischen Welt verschwimmen zunehmend und werden eher als Spektrum von Aktivitäten, denn als getrennte Sphären verstanden. Dies auch deswegen, weil die Gen Z die virtuelle Welt nutzt, um Erfahrungen zu machen, die sie anderswo nicht machen kann.

2. Soziale Erfahrungen sind ein wichtiger Anreiz für das Metaversum
Die Generation Z sucht den Kontakt zu Menschen, die ähnliche Interessen haben. Dafür ist sie bereit, auch geografische Grenzen zu überwinden. Gleichzeitig nehmen ihre Angehörigen gerne an virtuellen Erlebnissen mit anderen Menschen teil, deren Gesellschaft sie schätzen. Vor allem aber spricht sie die Bequemlichkeit der virtuellen Interaktion an.

3. Die Identität im Metaversum stellt eine neue Möglichkeit zum Experimentieren dar
Vertretung, Experimentieren und Anspruch sind der Schlüssel, wenn die Generation Z Avatare erstellt und nutzt. Die Avatare sollen zwingend Aspekte ihrer Identität widerspiegeln, vor allem wenn sie sich in der realen Welt – also im richtigen Leben – unzureichend repräsentiert fühlen. Sie experimentieren mit ihrer Identität in Rollenspielen im virtuellen Raum und fühlen sich dort freier, «sich selbst» zu sein. Das hat vor allem damit zu tun, dass sie im Metaversum keine Einschränkungen der physischen Welt mehr spüren.

4. Virtuelle Güter sind für einige ein Anziehungspunkt
Die Angehörigen der Gen Z haben ein hohes Bewusstsein für virtuelle Werte, und viele setzen ihr Vermögen zum Kauf von Ingame-Gegenständen oder Level-Up-Boosts ein. Dies tun sie, obschon sie den Versuchen, das Metaversum zu kommerzialisieren, oft äusserst misstrauisch gegenüberstehen.

5. Technologie ist für ihre Vorstellung vom Metaversum von zentraler Bedeutung
Stark beeinflusst von der Verbreitung futuristischer virtueller Welten in der Populärkultur und dem hohen Bekanntheitsgrad von Technologien wie VR, hoffen viele Angehörige der Gen Z, dass sie dem Metaversum ein höheres Mass an und Erfahrung in das Metaversum zu bringen, aber die Zugänglichkeit bleibt ein Problem.

6. Die Generation Z möchte das Metaversum so gestalten, dass es ihre Werte widerspiegelt
Die GenZ-ler sind begeistert von der Zukunft des Metaversums, insbesondere von der Möglichkeit, durch einzigartige virtuelle Erfahrungen Kontakte zu knüpfen und dort zu spielen. Gleichzeitig sind sie jedoch besorgt über die zukünftigen Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Rolle sozialer Ungleichheiten im Metaversum. Vor allem wenn diese die Zugänglichkeit für alle einschränken. Um dies zu vermeiden, möchten die GenZ-ler eine Rolle bei der Gestaltung des Metaversums spielen. Dies, um sicherzustellen, dass es offen, frei und flexibel bleibt. Das Metaversum stellt insgesamt eine neue Herausforderung für die Gen Z dar. Die sich schnell verändernde Welt der letzten fünf Jahre hat die Gen Z darauf vorbereitet, sich an plötzlich auftretende Veränderungen und Störungen anzupassen – von sozialen und politischen Unruhen über globale Pandemien bis hin zur Kriegsgefahr. Genau diese Erfahrung macht den Eintritt ins Metaversum attraktiv, da es Stabilität und einen Fluchtort vor der Realität der physischen Welt bieten kann. Zudem kann man lernen, sich in einem virtuellen Raum zurechtzufinden, ihn zu kultivieren und zu erneuern. Vor allem aber kann man austesten, wie man den Beschränkungen der physischen Welt trotzen kann. Man kann aber auch Erfahrungen sammeln, den virtuellen Raum so zu gestalten, dass er die eigenen Werte widerspiegelt. Gerade für die Gen Z ist das die Chance, etwas Bleibendes zu schaffen und die Erfahrungen ihrer Jugend zu ihren eigenen Bedingungen zu machen. Wenn es um das Metaversum geht, sind unsere Gen-Zler nicht nur Digital-Natives – sie sind echte Technologie-Pioniere.

Starlink und GPS-Daten – das macht die Artillerie der Ukraine stark

Angesichts der russischen Übermacht sind die Ukrainer gezwungen, auf militärische Innovation zu setzen.

Cyberattacken bleiben grosses Risiko

HSG-Ökonom forscht dazu, ob es sich lohnt, bei einer digitalen Erpressung Lösegeld zu zahlen.

EU und Facebook steuern auf einen Konflikt zu

Mit Natotargeting verletzt der Tech-Gigant wohl Vorgaben des europäischen Datenschutzes.

Musik hören im Jahr 2023

Zahlen und Fakten zu Spotify und TikTok zeigen, wie stark sich die Nutzung verändert hat.

«Wer bei Wind umfällt, kommt nirgends hin»

Mattias Hüppi über seinen Wechsel vom Schweizer Fernsehen zum FC St.Gallen und sein Führungsprinzip.

Wenn die Deutungshoheit plötzlich weg ist

Social Media und Fake-News dominieren den öffentlichen Raum. Für Medien und die Politik wird es so schwieriger, gesellschaftliche Entwicklungen zu erklären.

So machen US-Wahlleugner Stimmung in Europa

Ob Kritik an den Covid-Massnahmen oder russische Kriegspropaganda, US-Influencer sorgen weltweit für die massenhafte Verbreitung von Fake News

Kunst und Taktik in der direkten Demokratie

In diesen fünf Bereichen wird die Abkehr von alten Gewissheiten deutlich.

Die Schweiz und die Nato: «Flirten ja, heiraten nein»

Stefan Holenstein, Präsident der Landeskonferenz der militärischen Dachverbände, erklärt, welchen Beitrag unser Land jetzt zur europäischen Sicherheitsarchitektur leisten soll.