Der Mensch  ist nicht nur ein rein rationales Wesen, dessen Verstand aus Bits und Bytes oder Einsern und Nullen besteht. Gerade darum sind persönliche Treffen ungemein wichtig. (Foto: Shutterstock)

Die Nervosität war mit Händen zu greifen, ebenso die Erleichterung. Endlich wieder grössere Anlässe mit über 50 Personen. Endlich wieder Leute treffen, die man anderthalb Jahre nicht mehr gesehen hatte. Endlich wieder anstossen und sich austauschen, der Spontaneität und dem Zufall Raum geben, aus dem Neues, eine Idee, ein Projekt entstehen kann.

Mir wurde plötzlich bewusst, was uns in den letzten anderthalb Jahren gefehlt hatte. Und dies, obwohl wir vom Segen der Technologie enorm profitiert haben. Die Schweizer Wirtschaft und die Unternehmen funktionierten: Mitarbeitende, Kundinnen und Drittpartner bissen ohne grosses Murren in den sauren Apfel, nisteten sich im Home-Office ein, organisierten und vernetzten sich über Teams, Zoom, Webex & Co. Was in zahlreichen Unternehmen vor dem Lockdown undenkbar gewesen war, entpuppte sich notgedrungen als «neue Normalität».

In den letzten Tagen, in denen auch unsere Büros wieder zu pulsieren begannen, fragte ich mich, was diese «neue Normalität» in der sich abzeichnenden Post-Corona-Zeit bedeutet. Auf was sollten wir uns einlassen? Worauf sollten wir verzichten?

Viele haben sich zu Hause bequem eingerichtet. Plötzlich haben wir realisiert, wie viel wir für unnötige Sitzungen umhergereist sind, dass sich gemeinsame PowerPoint-Präsentationen auch in virtuellen Konferenzen erstellen lassen wie auch das Abgleichen von Tabellen und Zahlen. Viele sind wohl wie ich ins Sinnieren geraten über den ökonomischen und ökologischen Sinn und Unsinn von Terminen ausserhalb des Büros. Wo das Gegenüber genau sitzt, spielt eigentlich in den meisten Fällen keine Rolle.

Mein erstes Learning: Für kurze Sitzungen, in denen es um einen reinen Informationsaustausch geht, sind Videokonferenzen genau das richtige Gefäss. Doch der Mensch – und dies ist mein zweites Learning – ist nicht nur ein rein rationales Wesen, dessen Verstand aus Bits und Bytes oder Einsern und Nullen besteht. In wichtigen Meetings mit neuen Kunden oder in kreativen Brainstorming-Runden ist der unmittelbare zwischenmenschliche Kontakt essenziell. Man weiss es und kann es auch chemisch erklären. Ein ehrlicher Händedruck – ich plädiere immer noch dafür – schafft unmittelbare Vertrautheit, wie dies ein Video-Call im selben Umfang nie erreicht.

Deshalb plädiere ich für das persönliche Gespräch, das, so bin ich überzeugt, in der Beratungs- und Kommunikationsbranche einfach nicht fehlen darf – und für den direkten Blick in die Augen und den Händedruck. Die Begegnung löst nicht nur Begeisterung aus, sie schafft auch Vertrauen, und damit die Basis für jegliche Kommunikation.

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