Buchtipps für den Sommer

Was Ihnen sechs Macherinnen und Macher von influence als Lektüre für die Ferien empfehlen.

Claudine Esseiva, Senior Consultant

Jan-Werner Müller: «Was ist Populismus», Edition Suhrkamp, Berlin, 2016.
Wer wird heute nicht alles als Populist bezeichnet: Gegner der Eurorettung, Figuren wie Marine Le Pen, Politiker des Mainstream, die meinen, dem Volk aufs Maul schauen zu müssen. Vielleicht ist ein Populist aber auch einfach nur ein populärer Konkurrent, dessen Programm man nicht mag, wie Ralf Dahrendorf einmal anmerkte? Lässt sich das Phänomen schärfer umreißen und seine Ursachen erklären? Worin besteht der Unterschied zwischen Rechts- und Linkspopulismus? Jan-Werner Müller nimmt aktuelle Entwicklungen zum Ausgangspunkt, um eine Theorie des Populismus zu skizzieren und Populismus letztlich klar von der Demokratie abzugrenzen. Seine Thesen helfen zudem, neue Strategien in der Auseinandersetzung mit Populisten zu entwickeln.

Pedro Lenz: «Di schöni Fanny», Cosmos Verlag, Muri, 2016.
Drei Künstler und Tagediebe stolpern in dieser tragisch-komischen Geschichte durch das neblige Olten: Jackpot, der erfolglose Schriftsteller, der auf Hunde und Pferde wettet, und die beiden Maler Louis und Grunz, die das Leben und die Schönheit lieben. Ihre Hingabe zur Kunst und zu den kleinen Freuden des Alltags scheint die drei Freunde zu erfüllen. Das Schicksal meint es gut mit denen, die wenig verlangen und viel geben. Doch dann tritt die schöne Fanny in ihr Leben. Allein durch ihre Präsenz bringt Fanny das scheinbar stabile Gleichgewicht der Männerfreundschaft ins Wanken. Mit der Leichtigkeit des Seins ist es bald vorbei. Jeder begehrt Fanny, aber keiner scheint zu verstehen, was Fanny begehrt.

Asta Scheib: «Das Schönste, was ich sah», Hoffmann und Campe, Hamburg, 2009.
Als Giovanni Segantini sich 1875 siebzehnjährig an der Akademie Brera einschreibt, hat er eine albtraumhafte Kindheit und Jugend hinter sich. Früh verwaist, lebt er erst bei der ungeliebten Halb-schwester; später landet er in einer Besserungsanstalt, wo ein Geistlicher sein zeichnerisches Talent entdeckt. Auf der Akademie freundet er sich mit Carlo Bugatti an, einem reichen Mailänder Bürgersohn. Carlos schöne, verwöhnte Schwester Luigia verliebt sich in den scheuen Giovanni, der in der Akademie einen Preis nach dem anderen bekommt. Der Maler und Luigia werden ein Paar und haben zusammen vier Kinder. Es ist ein turbulentes Leben, aber Luigias Hingabe und Verständnis für Giovannis unkonventionelle Lebensweise und seine unerschütterliche Liebe zu ihr wappnen sie gegen alle Widrigkeiten.

Angelo Geninazzi, Senior Consultant

Voltaire: «Candido o l’ottimismo», Feltrinelli Editore, Milano 1991.
Le convulse e mirabolanti avventure di Candido offrono alla scintillante, ironica e incisiva penna di Voltaire l’opportunità di dimostrare la vanità dell’ottimismo razionalista e della teoria del migliore dei mondi possibili. “Cos’è quest’ottimismo? È il delirio di sostenere che tutto va bene quando tutto va male”.

Marco Bertoli: «Benedetti soldi maledetti», Armando Dadò Editore, Locarno 2015.
Renato, ex sessantottino, professore di storia dell’arte in Italia, scopre dopo la morte di suo padre, che quest’ultimo ha accumulato una fortuna in una banca di Lugano. Dopo lo sdegno e la rabbia, Renatosi confronta con il tema dell’evasione fiscale, il suo paese e le certezze che offre.

Oscar Mazzoleni: «Berna è lontana? Il Ticino e il nuovo regionalismo politico», Armando Dadò Editore, Locarno 2015.
Nel considerare dimensioni socio-economiche, culturali e politiche, l'attenzione si concentra sulla mobilitazione regionalista ticinese che ha segnato l'attualità degli scorsi anni. Come e perché si impone la nuova ondata di rivendicazioni ticinesi, di durata e intensità senza pari nella storia di questo cantone svizzero? Un’interessante lettura che ci accompagna verso la prossima elezione del Consigliere federale (forse ticinese).

Pascal Ihle, Senior Consultant & Partner

Alastair Brotchie: «Alfred Jarry - ein pataphysisches Leben», KabitaleBibliothek, Bern 2014.
Reich illustrierte, schön gestaltete Biographie des unangepassten Dichters, der Ende des 19. Jahrhunderts die legendäre Figur Ubu Roi erschuf und damit den bürgerlichen Salon des Fin de siècle sprengte und Wegbereiter der Dadaisten und Surrealisten wurde.

Patrick Deville: «Viva», Bilgerverlag, Zürich 2017.
Mexiko ist in den 1930er Jahren ein heisses Pflaster, auf dem sich Revolutionäre und Kunstschaffen-de gegenseitig befruchten, so der Verbannte Trotzki, der US-Autor Malcolm Lowy, die Künstlerin Frida Kahlo und ihr Mann Diego Rivera. Deville ist ein wunderbarer Erzähler, der die Schauplätze der Vergangenheit bereist und so die Geschichte lebendig werden lässt.

Gabriel Garcia Marquez: «Hundert Jahre Einsamkeit». Kiepenhauser & Witsch, Köln 2017.
Eines meiner Lieblingsbücher, in der Neuübersetzung von Dagmar Ploetz, voller Magie und Poesie, mit unvergesslichen Charakteren und Geschichten, die verzaubern und die eigene Phantasie bereichern - zu Recht ein Fest der Literatur.

Noémie Perrier, Consultant

Mark Manson: «The subtle art of not giving a f*ck, a counterintuitive approach to living a good life», HarperOne, New York, 2016.
Hilarant, cru et décalé. Plus qu'un guide pratique permettant de trouver un sens à sa vie, il s'agit ici d'un rappel brut, honnête et nécessaire de nos réalités, mêlant problèmes personnels, craintes et incertitudes. Par le biais de nombreuses anecdotes, Mark Manson nous confronte à nos erreurs et à nos vérités douloureuses. Un livre inspirant dans lequel l'auteur pointe le pire de nous-même, pour en sortir le meilleur.

Clémentine Méloit: «Sinon j’oublie», Éditions Grasset & Fasquelle, 2017.
L'auteure collectionne les listes de commissions trouvées dans la rue. Chaque trouvaille est pour elle prétexte à se raconter une histoire. Résultat: une collection de courts monologues qui forment une riche et amusante galerie de portraits. Grâce à la fiction, la réalité la plus prosaïque donne lieu à l’imagination la plus poétique.

François Hauter: «Les enfants perdus», Éditions du Rocher, 2017
L'ancien grand reporter et rédacteur en chef du Figaro livre un roman attachant, sur un thème universel: le lien parent-enfant. À travers trois destins bravant les dangers pour récupérer leur gamin, il brosse un tableau inquiet mais prenant des rapports au monde, à l’actualité et à la vie sur deux générations. Une sorte de prise de conscience sur la place que chacun s’octroie dans la société.

Thomas Wälti, Senior Consultant

Die Kunst des klugen Handelns – Rolf Dobelli, Deutscher Taschenbuch Verlag, 2014.
Der Papst fragte Michelangelo: «Verraten Sie mir das Geheimnis Ihres Genies. Wie haben Sie die Statue von David erschaffen – dieses Meisterwerk aller Meisterwerke?» Michelangelos Antwort: «Ganz einfach. Ich entfernte alles, was nicht David ist.» So beginnt das Buch von Rolf Dobelli. Wie ein roter Faden zieht sich Michelangelos Geistesblitz durch die lehrreiche Lektüre. In 52 Kapiteln zeigt der Autor, weshalb es sich auf dem Weg vom Denken zum Handeln lohnt, die Fallstricke besser anderen zu überlassen.

Strategie und die Kunst zu leben, Garri Kasparow, Piper Verlag, 2008.
Schach fördere logisches Denken, entschlossenes Handeln und die Konzentrationsfähigkeit. Das königliche Spiel rege auch die Phantasie an. Kurz: Schach sei der beste Lehrmeister für Strategen, meint der ehemalige Schachweltmeister Garri Kasparow. Der charismatische Russe erzählt in seinem Buch, welche strategischen Züge er wie auf sein Leben übertragen hat.

Der Mann, der barfuss lief – Paul Rambali, Carlsen Verlag, Hamburg, 2008.
Rom 1960. Die Zuschauer entlang der olympischen Marathonstrecke können es kaum fassen. Vorneweg läuft ein unbekannter Äthiopier barfuss: Abebe Bikila, Leibgardist von Kaiser Haile Selassie. Das Buch erzählt den langen Weg vom Hirtenjungen zur Sportikone.

Petra Wessalowski, Senior Consultant

Graham Swift: «Ein Festtag», dtv, München 2017.
Das Dienstmädchen Jane verbringt einen Märzsonntag im Jahr 1924 mit ihrem Geliebten aus reichem Haus, der demnächst standesgemäss heiraten wird. Dieser Tag verändert ihr ganzes Leben auf dramatische Weise. Ein Roman, dessen präzise Beschreibungen aus der Zeit gefallen zu sein scheinen und perfekt zu einem heissen Sommertag passen. Der schmale Band ist im englischen Original (Mothering Sunday – zu Deutsch „Muttertag“) ein noch grösserer Genuss - oder auch als Hörbuch (DAV), gelesen von Iris Berben.

Mark Douglas-Home: «Sea Detective: Ein Grab in den Wellen», rororo, Reinbek 2017.
Cal McGill ist Meeresbiologe, weist mit Pflanzaktionen in Politikergärten auf den Klimawandel hin und stellt mit seinen Recherchen zu Meeresströmungen Umweltsünder an den Pranger. Als die Edinburgher Polizei zwei abgetrennte Füsse entdeckt, hilft er der Ermittlerin Helen Jamieson – und gerät in ein Netz aus Korruption, Ausbeutung und Menschenhandel. Der ehemalige Chefredaktor des schottischen «Herald» hatte nach Budgetkürzungen seinen Job gekündigt. Ein Glücksfall für Fans gut recherchierter Krimis: Von den bisher vorliegenden drei Bänden erscheint der zweite Fall «Der Sog der Tiefe» im Herbst auf Deutsch.

Dorothy Parker: «Denn mein Herz ist frisch gebrochen». Gedichte. Dörlemann, Zürich 2017.
Witzig, selbstkritisch, spöttisch und abgeklärt, aber nie kitschig: In den Gedichten der vor 50 Jahren einem Herzinfarkt erlegenen US-amerikanischen Schriftstellerin schillert ihr Leben als sarkastische Kritikerin, Hollywood-Drehbuchautorin und engagierte Ikone des Geschlechterkampfs. Der Verlag beweist auch mit diesem feinen Band in Englisch und Deutsch, dass er die erste Zürcher Adresse für auserlesene und schön gemachte Bücher ist.